Erschließung und Baurecht

Was bedeutet das?

Bevor auf einem Grundstück gebaut werden kann, muss es erschlossen sein – das heißt, es muss an die öffentliche Infrastruktur angeschlossen werden. Der Erschließungsgrad bestimmt, welche Anschlüsse bereits vorhanden sind und welche Kosten noch auf Sie zukommen. Rückert Immobilien klärt den Zustand vor dem Kauf.

Erschließungsarbeiten auf einem Baugrundstück

Voll- oder Teilerschließung

Ein voll erschlossenes Grundstück verfügt über alle notwendigen Anschlüsse und ist sofort bebaubar. Ein teilerschlossenes Grundstück hat nur einen Teil der Anschlüsse – die restlichen müssen auf Kosten des Eigentümers hergestellt werden.

Was vorhanden sein muss

  • Straße: Zufahrt und Zugang zum öffentlichen Straßennetz
  • Wasser: Anschluss an die öffentliche Trinkwasserversorgung
  • Abwasser: Anschluss an die Kanalisation für Schmutz- und Regenwasser
  • Strom: Anschluss an das Netz des örtlichen Versorgers
  • Gas: Anschluss an das Gasnetz, falls vorhanden und gewünscht
  • Telekommunikation: Telefon, Internet und Glasfaser, zunehmend als Standard erwartet

Wer die Beiträge zahlt

Die Kosten für die erstmalige Erschließung trägt zu einem großen Teil der Grundstückseigentümer. Die Gemeinde kann einen erheblichen Anteil der Kosten für Straßen per Bescheid auf die Anlieger umlegen. Bei Kanal, Wasser und Strom stellen die Versorgungsunternehmen eigene Beiträge in Rechnung.

Wichtig: Auch bei einem bereits bebauten Grundstück können nachträgliche Beiträge anfallen – etwa wenn die Straße erstmalig ausgebaut wird. Prüfen Sie beim Kauf, ob noch offene Erschließungsbeiträge bestehen.

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Baurecht prüfen: die Bauvoranfrage

Bevor Sie ein Grundstück kaufen, sollten Sie klären, ob Ihr geplantes Bauvorhaben dort genehmigungsfähig ist. Dafür gibt es die Bauvoranfrage, auch Bauvorbescheid genannt. Sie ist ein formaler Antrag beim Bauamt, mit dem Sie vorab prüfen lassen, ob ein bestimmtes Vorhaben grundsätzlich zulässig ist.

Die Bauvoranfrage ist kostenpflichtig, gibt aber Planungssicherheit – besonders bei Grundstücken ohne qualifizierten Bebauungsplan.

Altlasten und Bodengutachten

Ein Bodengutachten, auch Baugrundgutachten, prüft zwei Dinge: die Tragfähigkeit des Bodens für das geplante Gebäude und mögliche Kontaminationen, die sogenannten Altlasten. Altlasten können aus früherer gewerblicher oder industrieller Nutzung stammen und eine aufwendige Sanierung erfordern.

Prüfen Sie vor dem Kauf das Altlastenkataster der Stadt. Ein Bodengutachten verursacht überschaubare Kosten und ist bei jedem Grundstückskauf dringend zu empfehlen.

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Erschließung prüfen — vor dem Kauf

Wir prüfen den Erschließungszustand und das Baurecht für Sie, bevor Sie einen Kaufvertrag unterschreiben. So vermeiden Sie unerwartete Kosten und stellen sicher, dass Ihr Bauvorhaben umsetzbar ist.

Häufige Fragen zur Grundstückserschließung in Wiesbaden

Was kostet die Erschließung eines Grundstücks in Wiesbaden?

Das hängt davon ab, welche Anschlüsse bereits vorhanden sind – wir klären den Zustand vor dem Kauf. Bei einem voll erschlossenen Grundstück fallen keine zusätzlichen Kosten an.

Kosten entstehen vor allem für:

  • die Anbindung an die öffentliche Straße
  • die Anschlüsse für Wasser und Abwasser
  • die Anschlüsse für Strom, Gas und Telekommunikation

Bei einem unerschlossenen Grundstück summieren sich diese Posten zu einem erheblichen Betrag. Dieser muss von Anfang an in die Gesamtkalkulation einfließen, sonst wirkt ein günstiger Kaufpreis trügerisch. Deshalb holen wir vor dem Kauf eine Auskunft zum Erschließungsstand ein. So kennen Sie die echten Gesamtkosten, bevor Sie ein Angebot abgeben.

Wer zahlt die Erschließungsbeiträge in Wiesbaden?

Einen großen Teil trägt der Grundstückseigentümer, den die Stadt per Bescheid umlegt – wir prüfen offene Beiträge vor jedem Kauf. Das gilt vor allem für die erstmalige Erschließung.

Zu unterscheiden ist:

  • die Stadt legt einen erheblichen Anteil der Straßenkosten auf die Anlieger um
  • für Kanal, Wasser und Strom stellen die Versorger eigene Beiträge in Rechnung
  • auch bei bebauten Grundstücken sind nachträgliche Beiträge möglich

Gerade der nachträgliche Straßenausbau kann Jahre nach dem Kauf noch zu Forderungen führen. Wer das nicht bedenkt, wird von den Kosten überrascht. Deshalb klären wir vor dem Kauf, ob und welche Beiträge noch offen sind. So gibt es später keine unangenehmen Bescheide.

Wie prüfe ich Altlasten bei einem Grundstück in Wiesbaden?

Am besten durch einen Blick ins Altlastenkataster und in die Nutzungsgeschichte – wir kennen die kritischen Punkte. Altlasten können später sehr aufwendig werden.

Zur Prüfung gehören:

  • die Einsicht in das Altlastenkataster der Stadt
  • ein Blick auf die frühere Nutzung, etwa über historische Luftbilder
  • ein Bodengutachten bei konkretem Verdacht

Die Sanierung eines kontaminierten Grundstücks kann ein Vielfaches des Kaufpreises verschlingen. Deshalb ist gerade bei ehemaligen Gewerbe- oder Industrieflächen Vorsicht geboten. Wir weisen Sie auf Risikoquartiere hin und empfehlen bei Verdacht ein Gutachten. So gehen Sie kein unkalkulierbares Risiko ein. Zeigt sich eine Belastung, lässt sich der Sanierungsaufwand entweder im Preis berücksichtigen oder der Kauf rechtzeitig abbrechen.

Wann brauche ich ein Bodengutachten beim Grundstück in Wiesbaden?

Bei einem Baugrundstück praktisch immer, denn es prüft Tragfähigkeit und Altlasten zugleich – wir vermitteln geeignete Sachverständige. Es ist eine kleine Investition mit großer Wirkung.

Besonders wichtig ist es, wenn:

  • das Grundstück in Hanglage liegt
  • ein hoher Grundwasserstand zu erwarten ist
  • der Boden früher gewerblich genutzt wurde

Ein ungeeigneter Baugrund kann die Kosten für Gründung und Keller erheblich in die Höhe treiben. Das Bodengutachten deckt solche Risiken auf, bevor Sie kaufen. An dieser Stelle zu sparen, kann sich später bitter rächen. Wir sagen Ihnen offen, wann ein Gutachten unverzichtbar ist und wann bei einem unauffälligen Grundstück darauf verzichtet werden kann.

Was ist der Unterschied zwischen Bauland und Bauerwartungsland in Wiesbaden?

Bauland ist rechtlich gesichert bebaubar, Bauerwartungsland nur eine begründete Hoffnung – wir ordnen den Status für Sie ein. Zwischen beiden liegt ein erhebliches Risiko.

Kurz erklärt:

  • Bauland verfügt über einen rechtsgültigen Bebauungsplan und ist sofort bebaubar
  • Bauerwartungsland ist im Flächennutzungsplan vorgesehen, aber ohne rechtsgültigen B-Plan
  • der Preis von Bauerwartungsland liegt deutlich unter dem von Bauland

Ob und wann Bauerwartungsland tatsächlich bebaubar wird, hängt von den Plänen der Gemeinde ab. Diese Unsicherheit kann sich über viele Jahre hinziehen oder gar nicht auflösen. Für den zeitnahen Hausbau ist es deshalb selten geeignet. Wir schätzen mit Ihnen ein, wie realistisch eine spätere Baureife ist.

Was bringt eine Erschließungsauskunft der Versorger in Wiesbaden?

Sie zeigt schwarz auf weiß, welche Anschlüsse vorhanden sind und was fehlende kosten würden – wir holen sie vor jedem Kauf ein. So verhandeln Sie nicht im Blindflug.

Die Auskunft der örtlichen Versorger klärt:

  • welche Anschlüsse an Wasser, Kanal, Strom und Gas bereits liegen
  • welche Anschlüsse noch hergestellt werden müssten
  • welche Kosten dafür ungefähr zu erwarten sind

Ohne diese Information lässt sich der wahre Aufwand eines Grundstücks kaum einschätzen. Ein scheinbar günstiges Grundstück kann durch fehlende Anschlüsse kostspielig werden. Deshalb ist die Erschließungsauskunft ein fester Bestandteil unserer Prüfung. So fließen die Anschlusskosten von Anfang an in Ihre Kalkulation ein.

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Rheingaustraße 51
65201 Wiesbaden